Silber – Das erste Buch der Träume von Kerstin Gier

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Titel: Silber – Das erste Buch der Träume

Autorin: Kerstin Gier

Genre: Jugendbuch

Verlag: Fischer

Format: Hardcover

Preis: 18,99€ [D]

Seiten: 416 Seiten

 

Klappentext

Zögernd sah ich mich um. Ich war in einem Korridor gelandet, einem schier unendlich langen, mit zahllosen Türen rechts und links. Die Tür, durch die ich gekommen war, hatte einen Anstrich in sattem Grün, dunkle, altmodische Metallbeschläge, einen Briefschlitz aus dem gleichen Material und einen hübschen Messing-Türknauf in Form einer gekrümmten Eidechse.

Plötzlich war mir sonnenklar: Wenn ich wissen wollte, was es mit diesen rätselhaften Träumen auf sich hatte, dann musste ich sie öffnen. Und hindurchgehen.

Wenn ich den Mut dazu hatte.

 

Das Cover ist sehr schön, mit und ohne Umschlag. Innerhalb des Buches sind ebenfalls schöne Verzierungen, in Form von Blumengirlanden, da wurde wirklich viel Liebe ins Detail gesteckt. Aber viele der Buchcover vom Fischerverlag sollen schön sein!

Der Schreibstil ist ein Grund, wieso ich dieses Buch so ins Herz geschlossen habe. Ich würde ihn als liebevoll bezeichnen, weil man sich beim Lesen gleich wohl fühlt und das Buch einfach so in einem runterlesen kann. Es hat mich total in den Lesefluss gebracht, ich musste nach dem Durchlesen gleich die nächsten beiden Bände kaufen, damit ich direkt weiterlesen kann. 🙂 Außerdem mochte ich den Humor, den ich sehr intelligent und erfinderisch fand (zum Beispiel die Wortneuschöpfungen, die sich Liv und Mia so ausdenken).

Die Charaktere waren genauso liebevoll ausgearbeitet. Liv ist einem gleich sympathisch, nett, intelligent und tough (vor allem der Fakt, dass sie Kung Fu beherrscht). Mia ist die coolste kleine Schwester, die man sich wünschen kann. Raffiniert und bringt einem echt zum Lachen manchmal. Außerdem fand ich sie sehr authentisch dargestellt, wer mit Kindern zu tun weiß genau, dass die wirklich immer so direkte Fragen stellen!

Die Zwillinge Florence und Grayson passen auch super in die Geschichte. Grayson ist der coole große Bruder, den sich jedes Mädchen wünschen würde und Florence nervt ein bisschen und ich kann mir vorstellen, dass man sie manchmal mit einem neidischen Blick von der Seite beäugt, weil sie einfach so stilsicher ist.

Das deutsche Kindermädchen Lottie ist auch so süß dargestellt. Dass sie als Au-Pair zur Familie von Liv und Mia kam und einfach geblieben ist, ist voll die gute Idee, zumal ich mir das auch gut vorstellen kann, da sie durch die Familie viel gereist ist und die Kinder total herzlich bemuttert. Sie ist auch mit viel Liebe zum Detail beschrieben, sie bereitet tolles Essen vor und macht Liv und Mia manchmal Flechtfrisuren.

Kommen wir zur Mutter. Das ist eine meiner absoluten Lieblingscharaktere! So eine Mutter wünscht sich doch jeder (nicht wirklich). Die Mutter würde ich eher als „Anti-Mutter“ bezeichnen, denn sie ist ein starker Kontrast zum bemutternden Kindermädchen, mit ihren rebellischen Geschichten aus ihrer Kindheit und Jugend und dass sie will, dass ihre Töchter sich austoben. Sie steht auch im Kontrast zu ihren Kindern, die eigentlich sehr vernünftig sind. Zudem neigt sie zu Übertreibungen, man denke an das Herbstballkleid, dass sie Liv besorgt hat.

Henry ist der typische Jugendschwarm, in den man sich direkt verlieben kann. Sehr romantisch dargestellt mit seiner Gitarre und er ist ein sehr warmer Charakter, der sehr loyal ist. Dass er Gehemnisse hat und sehr verschlossen ist, macht ihn noch interessanter. Komischerweise hat Henry in meinem Kopf immer braune Haare, obwohl ja ein paar Mal beschrieben ist, dass er blonde Haare hat.

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Ich fand sie sehr kreativ, mit viel Liebe zum Detail, einer wohligen Atmosphäre und guter Umsetzung. Man hatte irgendwie ein kuscheliges Gefühl beim Lesen und alles war nachvollziehbar. Vor allem die Traumtüren der verschiedenen Charaktere haben meine eigene Kreativität angeregt, ich habe große Lust meine eigene Traumtür zu zeichnen. Der Tittle-Tattle-Blog ist auch eine gute Idee, bringt Abwechslung in die Geschichte, passt in eine moderne Schule und erinnert mich total an Gossip Girl.

Die Spannung war von Anfang an gegeben, man hatte den Drang die Geheimnisse zu lüften und hat automatisch immer weitergelesen. Die Auflösungen der Rätsel waren nicht super überraschend, aber das hat mich nicht weiter gestört.

Innerhalb der Geschichte gab es einige Schauplatzwechsel, was vor allem den vielen Umzügen der Familie und der Traumwelt zu verdanken sind. London hat sich, meiner Meinung nach, als gute Kulisse für das Geschehen geeignet und einen Kontrast zu Livs Berkeley Traum (Kalifornien) dargestellt, der dadurch noch romantischer wurde.

Die Geschichte ist glaubwürdig und gut ausgearbeitet. Die Charaktere wirken sehr echt und wurden detailliert beschrieben, mit interessanten Macken.

Das Ende war genau richtig, es wurden einige Sachen aufgelöst, aber nicht alles, da die Reihe noch weitergeht.

Bewertung: 5 Sterne

 

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