Die Frau des Zeitreisenden von Audrey Niffenegger

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Deutscher Titel: Die Frau des Zeitreisenden

Originaltitel: The Time Traveler’s Wife

Autorin: Audrey Niffenegger

Genre: Roman

Verlag: Fischer

Preis: 9,95€ [D]

Seiten: 544

 

Klappentext

Der großen Liebe begegnet man nur ein einziges Mal. Und dann immer wieder…
Clare fällt aus allen Himmeln, jedes Mal aufs Neue, wenn Henry vor ihr steht. Denn Henry ist ein Zeitreisender. Plötzlich und unerwartet stürzt er los in eine andere Zeit, aber immer wieder landet er bei Clare, Clare als Kind, als Geliebte und Mutter der gemeinsamen Tochter Alba, Clare als alte Frau, aber da ist er schon lange tot. Seine Zeitreisen sind das Geheimnis, das die Liebenden mit jeder Trennung noch inniger vereint. Audrey Niffenegger ist es gelungen, über die Schönheit der Dauer und das Staunen der Sehnsucht zu schreiben, von der Liebe wie zum ersten Mal zu erzählen. Ein Roman zum Verlieben.

 

Das blumige Cover hat mich dazu motiviert dieses Buch, das ich schon lange mal lesen wollte, im Frühling zu beginnen. Es gefällt mir gut, aber man könnte denken, dass es sich bei der Lektüre um eine locker leichte Geschichte handelt, was nicht wirklich der Fall ist.

Das Buch hat mich sofort gepackt und der Schreibstil hat mir anfangs gefallen. Leider muss ich sagen, dass ich im Laufe der Geschichte aus dem Lesefluss gekommen bin. Das war ungefähr an der Stelle, an der Clare und Henry sich in der Echtzeit das erste Mal begegnet sind und vor allem alles, was danach kam, weil plötzlich so eine Langeweile aufkam. Von da an war mein Lesefluss irgendwie gestört, bis relativ zum Ende hin.

Wie bereits erwähnt hat mich die Geschichte gleich gepackt und fasziniert, vor allem Clares Kindheit war schön zu lesen und man war die ganze Zeit gespannt was passiert, wenn Clare und Henry sich dann endlich wirklich (!) begegnen. Meiner Meinung nach baute sich die Spannung schnell auf, flachte dann aber total ab, weil einfach irgendwann nichts Spektakuläres mehr passiert ist und man das Gefühl hatte total im Alltag der beiden gefangen zu sein. Das Ende war wieder einigermaßen spannend.

Henrys Charakter hat mir mit am besten gefallen. Er war ein toller Protagonist und trotz seiner rebellischen Phase, als er mit Ingrid zusammen war, fand ich ihn letztendlich stabiler (als Clare!), vor allem was zwischenmenschliche Beziehungen anging. Ich fand, er war ein toller Ehemann/ Vater und ein loyaler Freund. Außerdem fand ich es toll, dass er als Bibliothekar gearbeitet hat. Die große Instabilität seines Lebens war das Zeitreisen, auf das er keinen Einfluss hatte. Die brutalen und kriminellen Handlungen haben ihm einfach das Überleben gesichert und ich glaube nicht, dass er von ihnen Gebrauch gemacht hätte, wenn es nicht um Leben oder Tod gegangen wäre.

Clare mochte ich vor allem als Kind und Teenager, aber als Erwachsene war sie mir unsympathisch. Die „Freundschaft“ mit Gomez fand ich mega komisch und was sie mit ihrem Ausrutscher, oder besser ihren beiden Ausrutschern auch Charisse angetan hat, ging gar nicht und war für mich Zeichen eines schwachen Charakters. Was ich ebenfalls komisch fand, war, dass sie sich sehnlichst ein Kind gewünscht hat und dann als sie es endlich hatte, hatte ich das Gefühl, dass das Kind zur Nebensache geworden war und es wieder nur um die Liebesbeziehung zu Henry ging.

Alba fand ich recht lustig, aber ein bisschen zu sehr „Musterkind“. Ich fand es okay, dass sie so gut mit dem Zeitreisen umgehen konnte, aber an manchen Stellen wurde es etwas unglaubwürdig. Zum Beispiel als sie in die Vergangenheit reist und ihren jüngeren Vater mit Ingrid trifft, mitten in der Nacht, und sich total erwachsen und ruhig verhält. Das finde ich schon komisch, dass ein kleines Kind nachts draußen ganz alleine klarkommt, scheinbar ohne Angst zu haben.

Gomez fand ich komisch, wegen der Sache mit Clare und weil er sogar später noch mal sein Glück versucht hat, obwohl er mit Henry befreundet war. Männerloyalität, Fehlanzeige! Lucille (Clares Mutter) und Henrys Vater haben der Geschichte einen ganz besonderen Charme verliehen. Kimy und Etta waren für Henry und Clare irgendwie Mutterersatz, da Henrys Mutter tot war und Clares zu viel mit ihrer eigenen Psyche zu kämpfen hatte. Die Freundin von Ingrid fand ich auch noch interessant, vor allem, dass Clare sie so geschätzt hat.

Die Idee einen Menschen durch die Zeit reisen zu lassen, fand ich echt toll. Auch den Versuch dieses Science-Fiction-Element in einem normalen Roman unterzubringen fand ich gut, da ich kein großer Fan von Science-Ficition bin. Leider ist diese Synthese jedoch nicht gelungen. Der Alltag von Clare und Henry war viel zu durchschnittlich, dafür, dass Henry Zeitreisen konnte. Ich habe mich auch gewundert, dass nie irgendwer versucht hat, Henry in die Anstalt zu verfrachten, sondern dass fast alle Menschen im Umfeld das Zeitreisen einfach so hingenommen haben, als sei es eine Krankheit, wie Aids oder so. Für so ein besonderes Element war das, meiner Meinung nach, eine zu normale Herangehensweise.

Ich mochte vor allem, die Lichtung auf der sich Clare und Henry getroffen haben, als Clare noch ein Kind war. Das Elternhaus aus Clares Kindheit und das Haus von Clare und Henry später. Ansonsten haben mich die ständigen Kulissenwechsel eher irritiert, ähnlich wie bei Noah von Fitzek. Je öfter Ort, Zeit und Person wechselten, desto öfter kam ich aus der Story raus und desto langsamer kam ich beim Lesen voran.

Das Ende hat mir dann doch wieder gut gefallen und fand ich auch durchaus spannend. Es gab einen runden Abschluss der Geschichte. Vor allem die Zitate am Ende haben mir gefallen!

 

Fazit

Wer auf Science-Fiction und Action steht, sollte die Finger von dem Buch lassen! Es ist eher ein ruhiger, typischer Liebesroman, in schöner Sprache geschrieben und mit durchaus tiefgehender Thematik. Bis zur Hälfte des Buches fand ich es echt spannend und es hatte mich in seinen Bann gezogen, aber danach war es langweilig und ich musste mich zwingen das Buch zu ende zu lesen. Ich bin gespannt, ob ich den Film besser finden werde.

Bewertung: 3,5 Sterne

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