Rezension: Das Café am Rande der Welt von John Streckely

 

Deutscher Titel: Das Café am Rande der Welt – Eine Erzählung über den Sinn des Lebens

Originaltitel: The Why Are You Here Café

Autor: John Strelecky

Verlag: Dtv

Format: Taschenbuch

Preis: 7,95€ [D]

Seiten: 128

 

Klappentext

Im Leben ankommen

In einem kleinen Café am Rande der Welt wird John, ein stets gestresster Manager, mit Fragen nach dem Sinn des Lebens konfrontiert. Diese führen ihn gedanklich weit weg von seiner Büroetage an die Meeresküste von Hawaii. Dabei verändert sich seine Einstellung zum  Leben und zu seinen Beziehungen, und er erfährt, wie viel man von einer weisen grünen Meeresschildkröte lernen kann. So gerät diese Reise letztlich zu einer Reise zum eigenen Selbst.

 

Ich habe das Buch öfter bei Thalia gesehen und das Cover hat mich jedes Mal angesprochen. Vom Titel und vom Format her hat es mich sofort an „Der Alchimist“ von Paulo Coelho erinnert und daher mein Interesse noch mehr geweckt, weil ich gehofft habe, dass es etwas philosophisch angehaucht sein würde. Das bunte freundliche Cover mit dem kleinen weißen Café und dem roten Auto davor strahlen Wärme aus und haben mich sofort angesprochen. Ähnliche Bilder, die im Buch zu finden sind, sind ebenso bunt und regen zum Innehalten und Genießen an. Zuerst hatte ich nirgendwo im Internet etwas über das Buch gehört. Schließlich habe ich eine Empfehlung von Dirk von One Life Baby! (hat auch einen Youtube-Channel, ansehen lohnt sich! 🙂 ) gelesen und es mir endlich angeschafft.

Der Schreibstil ist einfach gehalten und für jeden verständlich. Man kann das Buch in einem Rutsch durchlesen und die Gedankengänge gut nachvollziehen. Man erlebt die Geschichte durch die Augen des Protagonisten, da das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Die Charaktere im Buch sind nicht sehr detailliert beschrieben und stehen auch nicht im Vordergrund, weswegen ich nicht weiter auf diese eingehen werde. Sie werden nur an der einen oder anderen Stelle beispielhaft eingebaut um die Erkenntnisse im Buch zu veranschaulichen. Im Kern stehen die drei Fragen, die geklärt werden wollen:

WARUM BIST DU HIER?

HAST DU ANGST VOR DEM TOD?

FÜHRST DU EIN ERFÜLLTES LEBEN?

Die Situation des Protagonisten ist gut nachvollziehbar: Er will sich ein paar freie Tage von seinem gestressten Managerleben nehmen und fährt dafür in den Urlaub. Durch einen Stau, der ewig anzudauern scheint, beschließt er in die entgegengesetzte Richtung zu fahren und verfährt sich. Gerade als sein Tank fast leer ist, entdeckt er das Café am Rande der Welt. Man kann sich den Ort richtig gut vorstellen. Er wirkt sehr atmosphärisch und einladend.

Die Idee mit den drei Fragen, die im Café mit auf der Speisekarte stehen und zusammen mit dem Personal diskutiert werden, fand ich klasse. Durch den einfachen Schreibstil und die Beispiele ist alles nachvollziehbar. Das Café muss auch nicht als echter Ort gesehen werden. Auf das echte Leben bezogen, kann es auch ein Ort im Menschen sein, den man aufsucht, wenn man ihn braucht. Aber ich fände es auch toll, wenn es so ein Café mit Menschen, die diese Fragen zusammen mit dir erforschen, wirklich geben würde. ❤ Viele Menschen, die sich im Internet selbstständig machen, greifen dieses Bedürfnis der Menschheit ihre Bestimmung zu finden auf und leisten bereits wichtige Hilfestellungen.

Dass der Protagonist so viel Essen verspeisen musste, fand ich jedoch komisch. Das war etwas unglaubwürdig: Man hat gemerkt, dass der Autor versucht hat, den Aufenthalt im Café dadurch zu verlängern und es wirkte etwas künstlich. Der Protagonist hätte auch einfach noch Kaffee oder Tee oder etwas anderes trinken können, statt diese Tonnen von Essen verspeisen zu müssen. 😉

 

Ende/ Fazit

Die drei Fragen wurden nicht wirklich geklärt oder tief gehend beantwortet, aber durch die einfache Schreibweise und die Beispiele sind die Erkenntnisse im Buch jedem zugänglich. Wahrscheinlich sind Geschichte und Beantwortung der Fragen genau aus dem Grund einfach gehalten. Im Endeffekt gibt es ja auch keine ultimativen Antworten auf die Fragen. Jeder muss seinen Weg selbst gehen und seine individuellen Antworten finden. Es gibt kein 100%-Patentrezept, obwohl der Leser es gerne hätte. 😀 Die Denkanstöße sind trotz der Oberflächlichkeit super und regen zum Weiterdenken und Hinterfragen des eigenen Lebens an.

Bewertung: 4 Sterne

 

Weisheiten aus dem Buch

  • Lebe dein Leben nach deinen Vorstellungen im Hier und Jetzt, statt auf einen Punkt X in der Zukunft hinzuarbeiten.
  • Glaube nicht alles, was dir gepredigt wird.
  • Ein Patentrezept gibt es nicht: Probiere dich aus, bilde dich weiter, sei offen, versuche Neues, verbringe deine Zeit mit Tätigkeiten, die du gerne tust und dadurch bewegst du dich automatisch in die richtige Richtung.
  • Der Weg ist nicht leicht.
  • Aus Gewohnheiten auszubrechen ist nicht leicht.
  • Du brauchst Geduld, Durchhaltevermögen, Disziplin und Vertrauen in deinen Weg.
  • Nur du trägst die volle Verantwortung für dein Leben.
  • Halte dich nicht an falscher Sicherheit fest.
  • Heb‘ deine kostbare Energie für Dinge auf, die dir wirklich am Herzen liegen.
  • Wenn du das große Ganze im Blick hast, verlieren deine Alltagsprobleme an Bedeutung.
  • Sobald du dich mit der Frage nach deiner Existenz beschäftigt hast, lässt sie dich nicht mehr los und setzt ungeahnte Energien frei.
  • Sobald du weißt was zu tun ist, tust du es ganz natürlich, weil es sich um deine Bestimmung handelt und sich richtig und gut anfühlt.
  • Wenn man sowieso jeden Tag tut was man liebt, verliert Geld an Bedeutung.
  • Der Tod macht einem keine Angst, wenn man jeden Tag seine Bestimmung lebt.
  • Wenn man auf dem richtigen Weg ist, schickt das Universum einem jede Hilfe, die man braucht.

 

Zitat

Trotz allem, was uns beigebracht wird und was wir glauben sollen, trotz allem, was wir in der Werbung hören oder was wir empfinden, wenn wir in der Arbeit gestresst sind – wir alle kontrollieren jeden Moment unseres Lebens selbst. Ich hatte das vergessen. So ließ ich zu, dass alles Mögliche mein Leben beeinflusste, und versuchte mich entsprechend anzupassen.

Niemand kümmerte sich darum, von welchem Platz ich den Golfball abschlug, außer mir selbst. Und genau so ist es in unserem Leben. Nur Sie alleine wissen wirklich, was Sie mit ihrem Leben anfangen wollen. Lassen Sie niemals zu, dass andere Dinge oder Menschen Sie an einen Punkt bringen, an dem Sie das Gefühl haben, Ihr eigenes Schicksal nicht länger bestimmen zu können. Ergreifen Sie die Initiative und wählen Sie Ihren Weg selbst, sonst tun andere es für Sie. Legen Sie den Golfball einfach an einen anderen Platz.

 

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