Rezension: Sternschnuppenschauer von Ann-Kathrin Wolf

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Titel: Sternschnuppenschauer

Autorin: Ann-Kathrin Wolf

Genre: Jugendbuch

Verlag: Impress

Format: E-Book

Preis: 3,99€ [D]

Seiten: 300

 

Inhalt

**Im Sommer strahlen die Sterne am hellsten**

Cassie liebt die Sterne. Aber vor allem liebt sie es mit ihrem Vater in Sternschnuppennächten auf Wunschfang zu gehen. Bis er bei einem Autounfall ums Leben kommt und ihre Welt zusammenbricht. Dass sie daraufhin den Sommer ausgerechnet am Meer bei den Atkins verbringen soll, macht alles nur noch schlimmer. Denn dieser Ort hält zahlreiche schmerzhafte Erinnerungen für sie bereit. Sogar Logan, der süße Sohn der Atkins, ist keine große Hilfe. Mal ist er nett und einfühlsam, dann benimmt er sich wie der letzte Mistkerl. Kann er die Sterne für Cassie wieder erstrahlen lassen?

 

Vielen Dank erstmal, dass ich bei der Leserunde zu dem E-Book auf Lovelybooks mitmachen durfte. Ich habe mich sehr gefreut! 🙂

Das Cover hat mich direkt angesprochen, weil es eine locker leichte Lektüre versprach und ich große Lust darauf hatte etwas in die Richtung zu lesen. Ich wurde nicht enttäuscht, denn das Cover passt, meiner Meinung nach, ganz gut zu dem Buch.

Der Schreibstil konnte mich insofern überzeugen, als dass er flüssig war und ich ziemlich schnell in einen Lesefluss kam. Das Buch war leicht zu lesen und ich wollte stets wissen, wie es weitergeht. Ich fand die Geschichte spannend und die Charaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen. Vor allem die Trauer der Protagonistin wurde sehr authentisch beschrieben.

Cassiopeia trauert. Sie hat ihren Vater bei einem Verkehrsunfall verloren und die Mutter ist keine große Hilfe, weil sie mit ihrem eigenen Schmerz zu kämpfen hat. Ich mochte Cassie und fand ihr Gefühlschaos realistisch dargestellt. Oft denkt sie, in einem Moment, sie kommt mit dem Verlust klar, doch im nächsten prasselt wieder die ganze Wucht ihrer Gefühle auf sie ein. Zudem fand ich es sehr schön eine Protagonistin zu haben, die sich für Physik interessiert und T-Shirts mit Albert-Einstein-Sprüchen trägt! 😉

Bei Logan wusste ich eigentlich von Anfang an, dass er auf Cassie steht. Doch hatte er mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen und hütete ein dunkles Geheimnis. Ihn mochte ich besonders, aber dass er, bei einem der Vorfälle im Buch, zuerst zu seinem Kumpel und nicht zu Cassie hielt, fand ich nicht glaubwürdig, weil ich eigentlich gedacht habe, er würde Cassie so gut kennen, dass er ihr nicht zutrauen würde, bei einem solchen Thema, zu lügen. Das hat nicht zu ihm gepasst. Außerdem hätte ich mir insgesamt etwas mehr Cassie-Logan-Zeit gewünscht.

Summer war Cassie eine gute Freundin. Sie war wie eine Schwester für sie und hat es geschafft sie durch die Sommer-Challenge aus ihrem Schneckenhaus zu locken. Ich mochte Summer besonders, weil sie eine positive Aura hatte.

Cassies Mutter war mir, ehrlich gesagt, zu schwammig. Sie war in Therapie, konnte also ihrer Tochter keine große Stütze sein und ist nicht mal zu ihrem Geburtstag erschienen. Trotzdem hat sie alles so eingefädelt, wie es sein sollte und es war schön, dass sie in ihrem Trauerprozess wenigstens das hinbekommen hat.

Die Idee mit der Liebesgeschichte zwischen Cassie und Logan, die sich noch aus Kindheitstagen kannten und dem Verlust des Vaters, der sie nach einem Sternenbild benannte, fand ich super. An einigen Stellen hatte ich aber das Gefühl, dass dringend ein Problem nötig gewesen ist und dieses erzwungen wurde, damit das Buch spannend blieb und seine Höhen und Tiefen hatte. Einige dieser Probleme fand ich überflüssig, andere hingegen hätten mehr ausgebaut werden können oder auf diese hätte näher eingegangen werden können. Die Motive mit den Sternen, Physik/ Albert Einstein und den Erdbeeren waren schöne Einfälle, die sich durch die ganze Geschichte zogen und in sich stimmig waren. Das mit dem Sternenbild Cassiopeia hat mir zwar gut gefallen, war mir aber beinahe too much für eine Vater-Tochter-Beziehung. Den Namen „Cassiopeia“ an sich fand ich aber schrecklich. Cassie ging noch, aber warum Summers und Logans Mum sie dann immer beim vollen Namen nennen musste, war mir ein Rätsel.

Der Touristenort am Strand war eine wunderschöne Kulisse und geeignet für die Geschichte. Die Wetterverhältnisse waren, denke ich, ähnlich wie an der Ostsee, wenn es überwiegend sonnige Tage gibt. Auf den Partys wurde, für meinen Geschmack, etwas zu viel Bier getrunken und besonders gestört hat mich, dass das als normal empfunden wurde, was einfach dazuzugehören schien. In unserer Gesellschaft ist das tatsächlich so, aber ich störe mich dennoch daran, wenn ich das in Büchern, in denen die Protagonisten um die 17 Jahre alt sind, lese.

Ein wenig mangelt es dem Buch an Glaubwürdigkeit, weil ich einiges etwas übertrieben fand und mir das so im echten Leben nicht vorstellen könnte.

Das Ende hat mir gut gefallen, obwohl es auch nah an der Kitschgrenze war, dabei mag ich Kitsch manchmal. Wie bereits erwähnt, hätte ich mir etwas mehr Cassie-Logan-Zeit gewünscht und dachte am Ende würde ich da noch mehr auf meine Kosten kommen.

 

Fazit

Sternschnuppenschauer war für mich eine gute, lockere Sommerlektüre mit Tiefgang. Beim Lesen kam eine wohlig warme Sommeratmosphäre auf und gleichzeitig wurde das Thema Verlust behandelt, was gut gelungen ist. Die Trauer der Protagonistin war authentisch beschrieben. Ich entdeckte ein paar Rechtschreibfehler, manchmal wies das E-Book beim Lesen kleinere Unstimmigkeiten auf und ich konnte manche aufkommenden Probleme nicht nachvollziehen. An anderer Stelle konnte ich, die schnelle Lösung von bestimmten Problemen nicht verstehen oder warum sich manches so in die Länge zog. Trotzdem war es ein gutes Buch, denn das Lesen hat mir Spaß gemacht und es war so spannend, dass ich immer weiterlesen musste, weil ich wissen wollte, wie es ausgeht. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der eine leichte Lektüre für zwischendurch sucht und ein wenig Sommerstimmung aufkommen lassen möchte, aber trotzdem nicht vor einem Thema wie dem Verlust eines geliebten Menschen scheut.

 

Bewertung: 3,5 Sterne

 

 

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