Was zur Hölle ist eigentlich ein Bullet Journal?

Es ist in aller Munde: das Bullet Journal. Nachdem ich zum ersten Mal davon gehört habe, wollte ich natürlich wissen, was es damit auf sich hat und das Ganze funktionieren soll. Also stürzte ich mich auf meine Internetrecherche, durchforstete Instagram und Pinterest und sah mir Youtube-Videos dazu an.

Der US-amerikanische Designer Ryder Carroll tüftelte 20 Jahre lang das System des Bullet Journals aus. Es soll die Aufgaben des Lebens organisieren und sie in eine verständliche Struktur bringen. Durch diese Methode hat man all seine To-Dos, Notizen und Termine in einem Notizbuch gebündelt. Ob die Seiten eher minimalistisch oder kreativ gestaltet werden, ist einem selbst überlassen, denn es handelt sich um ein Tool, das auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt ist und uns ermöglicht produktiver zu sein. Die individuell gestalteten Bullet Journals leben von ihrer Lebendigkeit und alles was man am Anfang benötigt sind, ein leeres Notizbuch (egal ob kariert, liniert oder weiß), einen Stift und ein Lineal.

 

Das Herz des Kalenders: der Index

Auf die erste Seite des Notizbuches kommt der Index, der die Übersicht für den Kalender darstellt und hilft alles darin wiederzufinden. Am Anfang ist dieser logischerweise leer und füllt sich nach und nach mit Inhalt.

Man kann ganz klassisch zwei Spalten anlegen, in die linke kommen die Seitenzahlen und in die rechte der Inhalt. Auf den nächsten Seiten folgt ein Jahresüberblick, in dem man sich für jeden Monat ein paar Zeilen freilassen kann, um wichtige Aufgaben festzuhalten.

Dann kann ein Monatskalender folgen, in dem man den ganzen Monat auf einen Blick sieht. Er kann sich über zwei bis sechs Seiten erstrecken, je nachdem wie viel Platz gebraucht wird. Im Monatskalender ist Platz für Notizen, Aufgaben, Termine oder Pläne.

Danach kann man weiter in Wochen oder Tage aufteilen, je nachdem was man braucht. Es bietet sich an direkt mit der kommenden Woche zu starten. Manche Menschen mögen es ihre Woche auf einen Blick zu sehen, während andere es bevorzugen eine Seite für einen Tag freizuhalten und diesen noch weiter in Stunden aufzuteilen.

Die Wochenübersicht kann so aussehen, dass auf der linken Seite die Wochentage stehen und auf der rechten, Platz für Aufgaben und Notizen sind. Am Ende der Übersicht kann man sich Platz lassen für zukünftig anstehende Aufgaben oder Aufgaben, die man in die nächste Woche bzw. den nächsten Monat übernehmen möchte.

Natürlich muss man keinen der Kalender anlegen, wenn man einen nicht braucht und als überflüssig ansieht, kann man ihn einfach weglassen (zum Beispiel die Monatsübersicht, wenn einem schon der Platz im Jahreskalender reicht).

 

Organisierung der einzelnen Punkte

Die Termine und Aufgaben des Tages bekommen Bullet Points. Man kann mit folgenden Symbolen arbeiten:

[x] Aufgabe erledigt

[>] Aufgabe verschoben

[<] Aufgabe terminieren

o Events

– Notizen

Tipp: Um produktiv zu bleiben, kann man die Regel einhalten eine Aufgabe nicht mehr als drei Mal zu verschieben.

 

Nach der Gestaltung einer Seite kehrt man einfach zum Index zurück und gibt an, wo diese zu finden ist. Weitere leere Seiten kann man mit Listen füllen, z.B. Einkaufslisten, Film-/ Serienlisten Trainings-/ Essenspläne, Geschenkideen, Wunschzettel, Reiseziele, Notizen, oder im Falle von uns Buchliebhabern: Leselisten. Außerdem kann man sich noch weitere Seiten freihalten, um, zum Beispiel, nach jeder Woche einen Rückblick zu machen. Hier könnte man auswerten, was für einen funktioniert hat, was nicht funktioniert hat oder wie erfolgreich die Woche war.

Was für einen nicht funktioniert, lässt man einfach bleiben. Auf den nächsten Seiten warten schließlich weitere leere Seiten, um etwas Neues auszuprobieren. Der Sinn ist das Planen so individuell wie möglich zu gestalten, alles auf einen Blick zu finden und Spaß an seinen Listen zu haben! Es gibt kein richtig oder falsch und mit der Zeit bekommt man ein Gefühl für die Methoden, die für einen funktionieren oder nicht funktionieren.

 

Ein einfaches Erklärvideo von Ryder Carroll selbst findet ihr hier. Und hier findet ihr ein deutschsprachiges Video, von der Youtuberin Lotti, die ihren Kalender etwas mädchenhafter gestaltet. 🙂

 

Ich hoffe ich konnte mit diesem Beitrag ein bisschen erklären worum es beim Bullet Journaling geht. Ich selbst habe einen relativ schlichten Planer mit Wochenübersichten, den ich noch fast ein Jahr nutzen werde, bevor ich meinen vollkommen individuellen Planer gestalten will. Auf den leeren Seiten in meinem Planer habe ich mich schon an ein paar Listen probiert und ich organisiere mich schon länger mit einem ähnlichen Bullet-Point-System. Ich finde die Kunst des Planens ist, sich nicht zu viel aufzuhalsen, nichts zu vergessen und auch Punkte in seinen Tag einzubringen, die einem wirklich Spaß machen und das eigene Leben bereichern.

 

Wie steht ihr zum Thema Planen? Habt ihr einen Kalender, seid ihr nur noch digital unterwegs oder habt ihr alles im Kopf?

 

 

 

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7 Gedanken zu “Was zur Hölle ist eigentlich ein Bullet Journal?

  1. FiktiveWelten schreibt:

    Ich habe jedes Jahr einen hübschen Kalender, allerdings erfahrungsgemäß nur zum Schönfinden. Anno knipps hatte ich auch Selbstgemachtes, diverse Systeme. Planen ist zwar schön und gut, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Hab’s aufgegeben … ;o)

    Gefällt 1 Person

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