Rezension: Magic Cleaning von Marie Kondō

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Deutschter Titel: Magic Cleaning – Wie richtiges Aufräumen ihr Leben verändert

Autorin: Marie Kondō

Genre: Ratgeber

Verlag: Rohwolt

Format: E-Book

Preis: 9,99€ [D]

Seiten: 224

 

Klappentext

Kaum jemandem macht es Spaß, aufzuräumen und sich von Dingen zu trennen. Die meisten von uns haben einfach nie gelernt, wirklich Ordnung zu halten. Denn auch beim Aufräumen gibt es den berühmten Jo-Jo-Effekt. Doch damit ist jetzt Schluss! Marie Kondo lässt keine Ausrede gelten. Die junge Japanerin hat eine bahnbrechende Strategie entwickelt, die auf wenigen simplen Grundsätzen beruht, aber dennoch höchst effektiv ist. So wird die Beschäftigung mit dem Gerümpel des Alltags schon mal zu einem Fest. Darüber hinaus sind die Auswirkungen, die Magic Cleaning tatsächlich auf unser Denken und unsere Persönlichkeit hat, noch viel erstaunlicher. Der Generalangriff auf das alltägliche Chaos macht uns zu selbstbewussten, zufriedenen, ausgeglichenen Menschen. Vereinfachen Sie Ihr Leben mit Magic Cleaning!

 

Methode

Ich habe schon vor der Konmari-Methode von Decluttering gehört und kenne selbst auch das befreiende Gefühl, wenn ich mal wieder so richtig ausgemistet habe. Doch die im Buch beschriebene Methode ist neu. Es handelt sich nicht um Feng Shui oder Minimalismus, sondern geht viel weiter und verspricht durch das Aufräumen zum Glück und einem geordneten Leben zu finden.

In einer bestimmten Reihenfolge wird hierbei ausgemistet. Man soll nicht mehr nach Orten aufräumen, sondern nach Kategorien. Angefangen wird mit Kleidern, dann kommen Bücher, dann Papierkram, anderer Kleinkram und zuletzt Erinnerungsstücke.

Marie Kondō ermuntert alle Besitzstücke, die keinen Glück versprühen zu entsorgen und sich so nur noch mit Gegenständen zu umgeben, die einen glücklich machen. Sie rät in einem Rutsch aufzuräumen, damit der Prozess einen Wow-Effekt hat. Durch das Entrümpeln der Wohnung soll auch die Seele entrümpelt werden. Jedes Teil wird auf einen Haufen zusammengetragen und in die Hand genommen. Die Frage „Macht mich dieser Gegenstand wirklich glücklich?“ wird gestellt und wenn verneint dann kommt das Ding ohne wenn und aber weg. Oberteile werden in Schubladen nicht einfach gestapelt, sondern „stehend“ einsortiert. So hat man mehr Platz und Ordnung. Außerdem sollten sie farblich angeordnet werden, von dunkel zu hell. Manche Klamotten wollen lieber aufgehängt und andere lieber einsortiert werden. Für Marie Kondō ist das Aufräumen wie ein Ritual, das nicht mit lauter, schneller Musik unterbrochen werden soll. Am besten sei, in Stille aufzuräumen oder Naturklänge im Hintergrund laufen zu lassen. Auch soll man keine ausgebeulten Schlabberklamotten dazu tragen, sondern Sachen, die schön sind und in denen man sich wohlfühlt. Schlabberklamotten in denen man nie auf die Straße gehen würde sollten ohnehin aussortiert werden. So geht man Kategorie für Kategorie bis man zu den Erinnerungsstücken kommt, bei denen es am schwersten ist sich von ihnen zu trennen.

Kondō berichtet von Menschen, deren Leben sich nach dem Aufräumprozess komplett geändert hat und die endlich anfingen das zu machen, was sie wirklich machen wollten.

Dieses YouTube-Video veranschaulicht ganz gut, wie so ein Aufräumprozess dann aussehen kann.

 

Meine Meinung

An sich finde ich die Methode richtig gut und ich bin auch ein Mensch, der einen innerlichen Perfektionismus hegt, dem er jedoch nie gerecht werden kann. Ich glaube deswegen liebe ich Ratgeberliteratur. Durch sie habe ich das Gefühl es „richtig“ zu machen. Ich häufe sowieso nie viele Sachen an, denn irgendwann kommt der Punkt, an dem ich einfach keine Luft mehr in meinem Zuhause bekomme und ich reagiere extrem empfindlich darauf. Leider endete das bisher darin, dass ich kopflos Dinge wegschmiss, ohne mir wirklich Gedanken zu machen. In sich zu horchen und sich zu Fragen, ob ein Gegenstand mich wirklich glücklich macht, ist für mich also eine kluge Alternative!

Allerdings finde ich die Methode zu perfektionistisch. Ich habe sie bisher noch nicht ausprobiert, weil ich einfach Angst vor ihr habe. Alles in einem Rutsch aufräumen? Wann denn, frage ich mich. Deswegen kann ich auch gar nichts dazu sagen, ob die Methode wirklich funktioniert und wie ich mich danach fühlen werde. Ich will sie, auf jeden Fall noch ausprobieren und werde wahrscheinlich danach bei YouTube berichten, wie es mir ergangen ist (, denn da lassen sich solche Erfahrungsberichte, meiner Meinung nach, am besten teilen). Perfektionismus und radikaler Minimalismus sind nichts für mich. Daran würde ich zugrunde gehen. Manchmal liebe ich mein Chaos einfach. Ich finde es unpersönlich und unmenschlich, wenn es IMMER zu jeder Zeit, wie geleckt aussieht. Dennoch war ich bis fast zum Ende des Buches hellauf begeistert von der Konmari-Methode. Das Buch lässt sich leicht und schnell lesen. Nur am Ende wurde es dann immer abgefahrener. Kondō ruft dazu auf Gegenstände mit Respekt zu behandeln, was ich gut finde, aber am Ende hatte ich den Eindruck sie glaubt tatsächlich die Dinge hätten Gefühle und würden leben. Das war dann sogar mir etwas zu abgefahren.

Bewertung: 🌟🌟🌟🌟

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7 Gedanken zu “Rezension: Magic Cleaning von Marie Kondō

  1. tarlucy schreibt:

    Klingt für mich teilweise logisch. Aber es gibt zuviel DInge, die mich nicht wirklich glücklich machen aber nötig sind. Aber ich finde Ansätze dieser Idee nicht schlecht. Das werde ich mir mal anschauen. Ich bin nämlich gerade dabei etwas ordentlicher zu werden, und das ist nicht so leicht…:-)

    Gefällt 1 Person

    • buecherjase schreibt:

      Ja, das ist auch so ein Ding mit Ratgeberliteratur, dass man das Gefühl hat vieles sei einfach Common Sense und wird uns neu serviert. Die Frage ist nur: wir wissen diese Dinge zwar, aber wenden wir sie auch wirklich an und leben nach ihnen?
      Und das stimmt; es gibt Grenzen. Manche Gegenstände, die uns vielleicht nicht lieb sind, müssen wir behalten. 🙂 Schön, dass du dir das mal anschauen willst und danke für dein Kommentar. ❤

      Gefällt 1 Person

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