Gedankenkarussell 4: Wo sind meine Weihnachtsgefühle hin?

Das Dilemma fing schon im Sommer an. Ich verlor irgendwann die Lust auf das heiße Wetter, obwohl ich eigentlich ein absolutes Sommerkind bin und den Sommer liebe. Im Herbst bin ich seit zwei Jahren schon in so einer Art Weihnachtsstimmung. Dann geht der ganze Rummel um Weihnachten spätestens im Dezember los und nach einer Woche habe ich bereits die Nase voll. An Weihnachten spüre ich dann ganz deutlich, dass der Zauber für mich einfach nicht mehr da ist.

Ich bin keine Christin und wir haben in meiner Familie nie so richtig Weihnachten gefeiert. Meine kleine Schwester und ich haben aber Geschenke bekommen, damit wir auch im Kindergarten und in der Schule erzählen können, was wir für tolle Sachen vom Weihnachtsmann bekommen haben. Ich habe Weihnachten als Kind geliebt und ganz lange an den Weihnachtsmann geglaubt. Für mich war der Weihnachtsmann der Beweis wahrer Liebe. Ich dachte oft, dass ich das ganze Jahr über gar nicht 100% lieb war, aber weil ich trotzdem immer Weihnachtsgeschenke bekommen habe, habe ich mich akzeptiert und geliebt gefühlt. Ich war das absolute TV-Kind. Fernsehen war mein liebstes Hobby und wenn ein Film mich emotional ansprechen konnte, war ich sehr angetan davon. Ich fühlte mich dann, wie in einer anderen Welt. Deswegen war ich jedes Jahr so im Weihnachtsfieber und habe mich auf die freie Zeit, die Geschenke und die tollen Filme im Fernsehen gefreut.

Jetzt ist leider die Luft raus. Geschenke sind mir eh nicht mehr so wichtig. Ich liebe Geschenke nach wie vor, aber es braucht nicht unbedingt Weihnachten, um sich Geschenke zu machen oder zu erhalten. Ich finde, alles fühlt sich so erzwungen an. Viele Menschen scheinen gar keine Freude daran zu haben, Weihnachten mit ihren Familien zu verbringen. Ich höre von Streits, die zur Weihnachtszeit so richtig in Fahrt kommen. Und ich frage mich: Das soll Weihnachten sein? Menschen, die aus einem Pflichtgefühl heraus ihre Familien aufsuchen, nur um sich dann sowieso zu streiten?

Versteht mich nicht falsch, ich finde die Essenz von Weihnachten und Familien, denen Weihnachtstraditionen wichtig sind toll. Es ist etwas Schönes, wenn das Fest in ihrem Leben eine große Rolle spielt und sie sich darauf freuen können. Aber ich sehe so viel Fassaden zu dieser Zeit des Jahres und muss leider feststellen, dass für mich der Zauber der Weihnacht verschwunden ist. Bald ist Neujahr und damit ist es ähnlich. Warum sollte der 31.12.2016 sich anders anfühlen als der 01.01.2017, nur weil sich eine Zahl auf einem Kalender ändert, der von Menschen gemacht wurde?

Das Einzige, was ab jetzt für mich zählt, ist der Moment, den ich gerade erlebe und das Beste aus diesem zu machen. Ich wünsche mir, dass jeder Tag voller Liebe ist und die Chance bekommt wie ein Weihnachten, Neujahr, Valentinstag oder Geburtstag geschätzt und gelebt zu werden.

 

Was denkt ihr darüber? Spielt Weihnachten eine besondere Rolle in eurem Leben? Oder hattet ihr dieses Jahr auch schnell die Nase voll davon? 

Rezension: Weihnachten mit den Padderborns von Sandra Pulletz

Titel: Weihnachten mit den Padderborns

Autorin: Sandra Pulletz

Genre: Novelle

Verlag: kein Verlag (Self-Publishing)

Format: E-Book

Preis: 0,99€ [D]

Seiten: 90

Erscheinungsdatum: November 2016

 

Klappentext

Zu Weihnachten will die gesamte Familie Padderborn zusammenkommen. Nadine, die Planerin der Großfamilie, bereitet die Feier schon seit Monaten vor, denn sie soll etwas ganz Besonderes für alle werden. Ihre Schwester Bettina hingegen ist froh, sich nicht an den Vorbereitungen beteiligen zu müssen, denn Sohn Liam beansprucht schon ihre ganze Aufmerksamkeit und Mutters ständige Nörgelei ist auch nervenraubend genug. Als die drei Generationen schließlich zusammentreffen, geraten Nadines sorgfältige Pläne beinah allesamt ins Wanken und das perfekte Fest droht gründlich in die Hose zu gehen. Die festliche Stimmung scheint endgültig zu kippen, als Papa beim Baumaufstellen beinah ein Blutbad anrichtet und dann auch noch von Trennung die Rede ist … Am Ende liegt es ausgerechnet an Bettina, das Schlimmste zu verhindern – doch wird sie es schaffen und Familie Padderborns unvergessliches Weihnachtsfest retten?

 

Vielen lieben Dank erstmal an die Autorin Sandra Pulletz, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. 🙂 ❤

 

Meine Meinung

Der Titel verspricht genau das, was den Leser auch erwartet, eine gemütliche Weihnachtsgeschichte. Das schlichte weihnachtliche Cover mit den warmen Farben gefällt mir sehr gut und wirkt einladend.

Ich habe das Buch als E-Book gelesen, was ich als Format für eine 90-seitige Novelle empfehlen kann.

Der Schreibstil war in Ordnung und ich habe die Geschichte in einem Zug durchgelesen. Wobei ich sagen muss, ein paar Seiten mehr und einige weitere Hintergrundinformationen hätten nicht geschadet. Spannend war das Buch, auf seine Weise, für mich schon, da ich gerne weitergelesen habe und die ganzr Zeit wissen wollte, wie es ausgeht.

Die Novelle hat mich in eine weihnachtliche Stimmung versetzt und der Spannungsbogen war so aufgebaut, dass die Geschichte ihren Höhepunkt am Ende erreichte und abgeschlossen war.

Die Idee zum Buch fand ich schön und ganz gut umgesetzt. Die Geschichte hält was sie verspricht. Nach der Geschichte gibt es eine Anleitung für die erwähnten Weihnachtsrezepte zum Nachkochen, was, wie ich finde, ein schöner Zusatz ist.

Die Protagonistin Bettina lebt nicht mehr in dem Ort ihrer Kindheit, an dem ihre Schwester Nadine mit ihrer Familie und ihre Eltern wohnen. Sie lebt in einer Stadt etwas weiter weg und fährt zu Weihnachten zu ihrer Schwester, die das Fest organisiert. So richtig Lust scheint sie am Anfang nicht zu haben beziehungsweise froh zu sein, dass sie das Spektakel nicht organisieren muss. Sie hat einen Mann namens Martin und einen Sohn im Kleinkindalter, der Liam heißt.

Nadine will die perfekte Weihnachtsfeier herrichten und ist das Organisationstalent der Familie. Deswegen hat sie eigentlich das Ruder in die Hand genommen. Sie hat einen Mann, Stefan und eine 12-jährige Tochter namens Sarah.

Becca ist die dritte Schwester, von der man in der Geschichte nicht so viel mitbekommt. Sie ist die Lieblingstochter des Vaters.

Die Schwarzmänner (Maria und Arno) sind die Nachbarn der Eltern und waren immer gute Freunde von ihnen. Sie haben normalerweise mit der Familie zusammen Weihnachten gefeiert. Wegen eines Streites, mit den Eltern von Nadine und Bettina, werden sie das Jahr wahrscheinlich nicht mitfeiern.

Ernestine und Gustav sind die Eltern von Nadine, Bettina und Becca. Vor allem Mutter Ernestine nörgelt gerne herum und hat ein eher angespanntes Verhältnis zu Nadine. Nadine ist genervt von ihrer Mutter und nimmt sie ab und zu mal auf den Arm, was mich beim Lesen, an der ein oder anderen Stelle, zum Schmunzeln gebracht hat.

Bevor ihr die Novelle lest, empfehle ich euch meine Vorstellung der Charaktere durchzugehen, denn in der Geschichte werden manche Namen nur einmal erwähnt und die Personen nicht sehr ausführlich beschrieben oder eingeführt. Das kann ich auch irgendwie verstehen, weil es in einer Novelle mit nicht so vielen Seiten schwer ist, vor allem wenn es um ein Weihnachtsfest gehen soll, an dem viele Menschen teilnehmen, diese alle ausführlich vorzustellen. Vielleicht hätte man eine Seite mit einer Art Stammbaum einbauen können, damit man die Personen leichter zuordnen kann. Ich hätte mir trotzdem etwas mehr Ecken und Kanten einiger Persönlichkeiten gewünscht. Zum Beispiel fand ich Stefan und Martin quasi austauschbar. Auch das Aussehen wurde selten beschrieben und ich hatte kein Bild von den Charakteren im Kopf. Bei Liam hätte ich mir gewünscht zu wissen wie alt er genau ist. Mir hat es zudem etwas an Tiefe, vor allem Charaktertiefe, gefehlt.

Die Kulisse hat mir gut gefallen. Nadines Haus habe ich mir schön weihnachtlich dekoriert vorgestellt und der Weihnachtsmarkt, der zwischendrin nochmal besucht wurde, hat das Ambiente unterstrichen.

Das Ende hat mich total umgehauen und der Geschichte ihren Pepp verliehen! Es gab so einen richtigen Bämm-Moment die Autorin hat es tatsächlich geschafft mich zu überraschen. Wer auf kitschige Enden steht, der ist bei dieser Novelle gut aufgehoben. Leider war der Effekt nur kurzweilig und die Novelle gehört zu den Geschichten, die schnell gelesen und ganz okay gefunden werden, aber dann wieder in Vergessenheit geraten. Trotzdem war es eine schöne Erzählung, die mich unterhalten konnte und am Ende mit einem wohligen Gefühl und Lächeln auf den Lippen zurückgelassen hat.

 

Fazit

Bei der Novelle ‚Weihnachten mit den Padderborns‘ handelt es sich um eine gemütliche Weihnachtgeschichte mit ihren Höhen und Tiefen. Kleine Streits und das typische Weihnachtschaos bleiben natürlich nicht aus. Wer Lust auf ein herzerwärmende Wohlfühlgeschichte für zwischendurch hat und wer sich an Klischees nicht stört, sollte sich die Kurzgeschichte auf jeden Fall zu Gemüte führen.

 

Bewertung: 🌟🌟🌟🌟

 

Eine Rezension auf meinem YouTube-Kanal findet ihr hier.

Offene Montagsfrage

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Buchfresserchen verabschiedet sich aus diesem Jahr mit einer offenen Montagsfrage. Das heißt man kann sich eine der letzten Montagsfragen aussuchen, die man noch nicht beantwortet hat. Ich habe mich für Folgende entschieden:

Montagsfrage: Welche 5 Eigenarten/ Verhaltensweisen zeichnen dich – vom Lesen abgesehen – als Bücherwurm aus?

  1. Ich bin nicht so pingelig mit meinen Büchern. Wenn sie verdrecken, Kratzer abbekommen oder Leserillen haben stört mich das nicht weiter. Das Einzige was mich ein wenig nervt ist, wenn Menschen Eselsohren in ihre Bücher machen. Aber alles andere juckt mich nicht, solange ich das Buch noch lesen kann und es nicht auseinanderfällt. Mir kommt es mehr auf den Inhalt der Bücher an, nicht auf ihr Aussehen. 😉
  2. Ich wollte früher immer eine Art Büro haben mit einem großen Bücherregal, in dem ganz viele Bücher drin sind. Oder ein riesiges Bücherregal mit Leiter in meinem Wohnzimmer. Mittlerweile bin ich minimalistischer geworden, auch mit meinen Büchern. Mehrere kleine befüllte Bücherregale im Haus/ in der Wohnung werde ich später mit Sicherheit schöner finden. Momentan habe ich das Billy-Regal von Ikea und ich gedenke es immer mal wieder auszusortieren, damit ich wirklich nur von meinen Lieblingsbüchern umgeben bin. ❤
  3. Ich kann in einer Buchhandlung stöbern, ohne ein Buch kaufen zu müssen. Wenn ich weiß, ich habe noch etwas zum Lesen daheim, habe ich nicht den Zwang mir ein neues Buch zu kaufen, nur weil ich die Möglichkeit dazu hätte.
  4. Ich kann mich nicht mehr so gut konzentrieren und brauche absolute Ruhe und inneren Frieden beim Lesen.
  5. Ich lese lieber als Serien oder Filme zu schauen, weil ich mich dabei, außer bei einigen Ausnahmen, tatsächlich besser konzentrieren kann. Vor allem bei langen Filmen kann ich mich sehr schlecht konzentrieren. Ich glaube, teilweise durch die sozialen Medien, ist mein Kopf immer so voller Informationen und es fällt mir schwer mich zu entspannen. Regelmäßige Meditationen helfen mir hierbei jedoch sehr und wenn ich direkt danach einen Film schaue oder ein Buch lese, merke ich direkt, wie viel besser ich mich konzentrieren kann.

 

Wie sieht es bei Euch aus? Was sind Eure Eigenarten? 🙂 Ich freue mich wie immer über einen regen Austausch in den Kommentaren. Falls ihr mal meinen BookTube-Kanal abchecken wollt, klickt hier

Rezension: Einmal lieben geht noch von Rachel Corenblit

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Titel: Einmal lieben geht noch

Originaltitel: Quarante tentatives pour trouver l’homme de sa vie

(Übersetzung: Vierzig Versuche, um den Mann des Lebens zu finden)

Autorin: Rachel Corenblit

Übersetzerin: Ina Kronenberger

Genre: Roman

Verlag: Penguin

Format: Taschenbuch

Preis: 9,00€ [D]

Seiten: 208

Erscheinungsdatum: 12.09.2016

 

 

Klappentext

Über vermasselte Dates, ziemlich beste Freundinnen und die ganz, ganz große Liebe …

Ihren letzten Lover hat Lucie schon vor Jahren vor die Tür gesetzt – Prädikat »mangelhaft«. Die Ausbeute seither? Mitleiderregend, grauenerweckend, indiskutabel! Das Einzige, was der jungen Lehrerin langsam, aber sicher näherkommt, ist die Vierzig. Die Sache ist klar, dem Schicksal muss auf die Sprünge geholfen werden: Ab sofort lässt sie keine Gelegenheit mehr ungenutzt, den Mann fürs Leben aufzugabeln. Sie macht weder vor dem Ex ihrer besten Freundin noch vor den Vätern ihrer Schüler halt, flirtet an der Tiefkühltheke im Supermarkt, taxiert das Freiwild im Schwimmbad, umgarnt den makellos schönen Vertretungsarzt … Wer jagt, gewinnt!

 

Erst mal vielen Dank an den Penguin Verlag, der mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte! ❤ Ich freue mich immer über Rezensionsexemplare, weil ich so Bücher lesen kann, die ich ansonsten vielleicht nicht entdeckt hätte.

 

 

Meine Meinung

Das deutsche Cover, der Titel und der Klappentext sind, meiner Meinung nach, absolut irreführend. Alles macht den Anschein, als handele es sich bei dem Buch um eine locker leichte Lektüre für zwischendurch, was nicht der Fall ist. Beim Lesen hatte ich den Eindruck, dass die Protagonistin nicht mal mehr an die große Liebe glaubt, weswegen vor allem der Titel und der kleine Text über dem eigentlichen Klappentext so gar nicht passen. Ich habe mir jedoch vorher schon gedacht, dass das Buch etwas eigen sein würde. Die französischen Bücher, die ich bisher gelesen habe, waren alle ein bisschen ‚anders‘. Der französische Titel passt besser zum Buch, zumal eine Anspielung auf das Alter der Protagonistin gemacht wird.

Das Taschenbuchformat gefällt mir gut, weil es praktisch ist und man das Buch überall hin mitnehmen kann. Dass die Geschichte nur 208 Seiten lang ist, finde ich auch in Ordnung. Es nervt mich oft, wenn Bücher endlos in die Länge gezogen werden, wobei es dabei immer auf das Buch ankommt. Eigentlich sagt man ja bei richtig guten Büchern wünscht man sich, dass sie nie enden würden.

Der Schreibstil war angenehm und ich mochte das Lesetempo. Die Geschichte war jedoch nie so spannend, dass ich immer weiterlesen musste. Das Buch ließ sich gut zwischendurch lesen und auch wieder weglegen. Die deprimierte Stimmung gefiel mir zunächst und die Protagonistin war mir nicht auf Anhieb unsympathisch.

Lucie, 40, ist seit einiger Zeit getrennt und sucht verzweifelt nach einem neuen Partner. Sie arbeitet als Lehrerin und die Geschichte erzählt sehr beschreibend ihr Leben, ohne es verschönert darzustellen. Lucie ist zynisch, intelligent und teilweise lustig dank ihrem schwarzen Humor und Sarkasmus. Leider ist sie extrem oberflächlich und wird mir im Laufe des Buches unsympathisch. Dabei dachte ich anfangs wirklich, dass ich ihr Verhalten nachvollziehen können würde. Zumindest, dass sie verbittert und deprimiert ist, konnte ich durch ihre Verzweiflung verstehen, und wenn man jemanden zum ersten Mal kennen lernt, scannt man die Person automatisch nach dem äußeren Erscheinungsbild. Jede Verhaltensweise sticht einem dann ins Auge. Das alles konnte ich noch verstehen, aber trotzdem geht Lucie mir zu weit mit ihrer Oberflächlichkeit. Sie denkt scheinbar, dass sie nur mit einem Mann an ihrer Seite glücklich sein kann und alles dreht sich um dieses Thema. Diese Denkweise finde ich veraltet und passt für mich nicht ins 21. Jahrhundert, in dem man auch als Frau ziemlich gut allein zurechtkommen kann, wenn man will. Sie widerspricht sich zudem. Teilweise stellt sie sich als unabhängige, emanzipierte Frau dar, aber dann kann sie doch nichts mit sich anfangen, ohne einen Partner an ihrer Seite zu haben. Die Chancen, die sie hat, macht sie sich zunichte, weil sie ziemlich eingebildet ist, die Menschen schnell verurteilt und von oben herab behandelt. Sie hält sich scheinbar für besonders intellektuell. Die Männer, die Interesse zeigen, findet sie alle nicht gut genug für sich. Sie hört ihre biologische Uhr schon ticken, weil sie bald vierzig wird, aber ich frage mich, ob ihre Zeit nicht schon längst abgelaufen ist. Bis sie jemanden kennen und lieben lernt, und bereit ist eine Familie mit ihm zu gründen, ist sie schließlich noch mal ein ganzes Stück älter. Sie war es auch, die sich von ihrem Ex trennte, wobei ich glaube, dass das eine richtige Entscheidung von ihr war.

Ihr Ex, Pascal, hat mittlerweile eine neue Freundin und noch eine andere Überraschung, die Lucie einen Seitenhieb verpasst. Sie ist noch nicht so ganz bereit ihrem Ex zu begegnen und ähnlich dramatisch spielt sich das ungeplante Wiedersehen dann ab. Er macht außerdem den Anschein, als wisse er nicht wirklich, warum Lucie sich von ihm getrennt hat.

Romuald ist der Ex einer guten Freundin von Lucie (Adeline), mit dem sie eine Zeit lang viel Zeit verbringt, joggen geht und dem sie hilft, mit seiner Trennung klarzukommen. Sie steht auf ihn, aber er hat die Trennung von Adeline noch nicht wirklich verarbeitet und ist nicht fähig sich auf etwas Neues einzulassen.

Adeline tut das Singleleben wohl am besten von allen. Sie hat ein ziemlich aktives Liebesleben und besitzt eine Katze namens Muschi. 😀 Sie geht die Sache etwas lockerer an und hat mehrere unverfängliche Bekanntschaften.

Die Idee zum Buch ist erst mal nichts Neues und Themen wie ‚Trennung‘, ‚Die tickende biologische Uhr der Frau‘ und ‚Partnersuche‘ werden behandelt. Ich hätte mir entweder gewünscht, dass das Buch unterhaltsamer gewesen wäre oder dass zwar diese sarkastische, pessimistische Stimmung Lucies vorherrscht, aber das mit mehr Charme umgesetzt worden wäre. So gibt mir die Geschichte nicht viel, lehrt mich nichts und unterhält mich auch nicht besonders. Klischees stören mich normalerweise nicht, wenn die Geschichte es trotzdem schafft mich zu berühren, was dieses Buch leider nicht geschafft hat.

Das Ende fand ich komisch und war für mich nicht rund. Ich hatte das Gefühl, es gab keine richtige Antwort am Ende und ich konnte aus der Story kein Fazit ziehen. Keine Ahnung was das Buch dem Leser am Ende sagen will und schade, dass Lucie sich nicht weiterentwickelt und weiter in ihrer Einstellung verbleibt. Eine Selbstfindung während des Partnersuchprozesses wäre möglich gewesen, erfolgte jedoch nicht. Der Humor war ganz okay und an der einen oder anderen Stelle musste ich schmunzeln, aber das war auch schon alles, was die Geschichte in mir auslösen konnte.

 

 

Fazit

Ein typisch französisches Buch mit deprimierender Stimmung, was nicht das ist, wonach es aussieht. Es handelt sich bei dem Buch nicht um ein locker leichtes Wohlfühlbuch, aber wer mit dem Humor und Sarkasmus der Protagonistin klarkommt, könnte dieses Buch amüsant finden. Ich ziehe keine Erkenntnisse aus der Geschichte, die bei mir nachhallen und die Protagonistin entwickelt sich nicht groß durch und bleibt gefangen in ihren negativen Gedankengängen. Alles in allem ist die Geschichte ganz lustig und ab und zu unterhaltsam, aber für mich kein Pageturner und alles andere als ein Meisterwerk. Ganz nett für zwischendurch und schnell zu lesen, muss aber nicht unbedingt sein.

 

Bewertung: 2,5 Sterne

 

#LOVELYBOX GEWONNEN! Kochen, Schlemmen, Genießen

Ich habe die Lovelybox zum Thema: Kochen, Schlemmen, Genießen gewonnen. Diese kann man auf der Lovelybooks-Seite gewinnen! 🙂 ❤ Falls Ihr sie nicht kennt, schaut doch gerne mal vorbei.

Ich habe schon ein paar Mal mitgemacht, aber das erste Mal gewonnen und mich wirklich riesig gefreut.

 

Das war im Päckchen drin:

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Am besten gefällt mir das Kochbuch – vegetarisch, vegan, saisonal, weil ich ernährungsmäßig immer mehr in diese Richtung tendiere und schon gespannt auf die Rezepte bin. Die anderen beiden Bücher sind nicht ganz mein Fall, aber ich werde auf jeden Fall reinblättern und bestimmt auch das ein oder andere ausprobieren.

Meine Mama meinte, als ich ihr das Thema der Box verriet: ‚Meine Gebete wurden erhört!‘ Die Arme Frau konnte mich nie zum Kochen motivieren. Ich bin einfach so unpraktisch und fühle mich oft, als hätte ich zwei linke Hände. 😀

Die Lesezeichen sind supersüß und auf der Rückseite sind ein paar Felder, um seine Eindrücke vom Buch festzuhalten. Zum Beispiel kann man sein Lieblingszitat aufschreiben oder seine Sternebewertung festhalten.

Wenn die Box perfekt auf mich abgestimmt gewesen wäre, wäre vielleicht ein Buch zum ayuverdischen Kochen oder ein Smoothie-Buch mit dabei gewesen. Ich kann jedoch auch total gut nachvollziehen, wieso gerade diese Bücher im Paket waren, denn ich glaube, da ist wirklich für jeden etwas dabei, weil die Bücher drei verschiedene Themen ansprechen.

Vielen Dank ans Lovelybooks-Team für dieses wundervolle Päckchen! Man merkt einfach, dass sie sich Gedanken über den Inhalt gemacht haben und das Ganze ist so liebevoll aufgemacht, dass ich mich einfach mega gefreut habe.

 

Kennt Ihr Lovelybooks? Veröffentlicht Ihr regelmäßig Rezensionen auf der Seite, nur auf eurem Blog, oder eher auf anderen Plattformen? Hättet Ihr Euch über das Paket gefreut, oder habt Ihr schon genug Kochbücher? (Ich besaß vorher gar keine!) Habt Ihr Euch auch schonmal auf eine Lovelybox beworben, oder sogar eine gewonnen?

 

Falls ihr Lust habt zu sehen, wie ich das Päckchen vor der Kamera auspacke und mich wie ein Kind am Weihnachtsabend freue, schaut mal hier vorbei! 😀

Rezension: Gegessen von Sonja Vukovic

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Titel: Gegessen: Wer schön sein will, muss leiden, sagt der Schmerz…

Autorin: Sonja Vukovic

Genre: Autobiografie

Verlag: Bastei Lübbe

Format: Taschenbuch (broschiert)

Preis: 15,00€ [D]

Seiten: 288

 

Klappentext

… wer Erfolg möchte, muss kämpfen, sagt die Angst. Wer leidet, muss schweigen, sagt die Erfahrung. Du bist gut, wie du bist, sagt die Liebe…

„Ich schreie: ‚Du liest doch so unglaublich viel. Dann nimm dir mal ein Scheißbuch und lies mal ein scheißbisschen was über die Scheißbulimie. Lies von Essstörungen und Magersucht, lies von der Sucht, immer weniger sein zu wollen. Lies, warum ich meinen Körper ablehne, warum ich nachts schwitze und tagsüber zittere. Lies, warum ich mich hasse. Anstatt dich. Lies, was du aus mir gemacht hast.'“

13 Jahre lang litt Sonja an Magersucht und Bulimie, eine Sucht, die sie fast ihr Leben kostete.

 

Inhalt

Ausgekotzt – Ein Leben nach Missbrauch und Bulimie
In Deutschland leiden immer mehr Mädchen und Jungen in immer jüngeren Jahren an Essstörungen. Eine davon war Sonja Vukovic, sie litt dreizehn Jahre an Anorexie und Bulimie. Bis sie sich endlich traute, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Mit ihrer eigenen Geschichte offenbart die heute Einunddreißigjährige schonungslos die Schrecken einer Essstörung, die sie fast ihr Leben gekostet hätte. Immer auf der Grenze zwischen Rausch und Krankheit führt Vukovic uns tief in ein Unheil hinein, in das jeder von uns stürzen könnte – und zeigt, wie sie es in ein gesundes und glückliches Leben schaffte.Sonja Vukovic schreibt so fesselnd, dass man als Leser geradezu süchtig danach wird, zu erfahren, wie ihre Geschichte weitergeht. Zwischen Scheitern und Sehnen, Verzweiflung und Erwartung bricht Vukovic Tabus, macht Betroffenen Hoffnung und legt den Finger in die Wunde der Gesellschaft, die dem Rausch huldigt, Süchtige aber verachtet.

Sonja Vukovic hat als Journalistin mit Schwerpunkt Biografie, Gesellschaftskritik und Sozialpolitik bereits für „Die Welt“, „stern.de“ und „Spiegel“ geschrieben. Sie wurde mit dem „Grimme Online Award“ und dem „Axel-Springer-Preis“ ausgezeichnet. 2013 erschien ihr internationaler Bestseller „Christiane F. – Mein zweites Leben“. Nach dem Aufbau der „F. Foundation“ für Suchtprävention und -aufklärung schreibt sie nun an weiteren Büchern. Heute lebt Sonja Vukovic in Berlin und ist Mutter einer Tochter.

Erst einmal vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag, der mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. ❤

 

WARNUNG: Menschen, die selbst zu Süchten, Depressionen, Bulimie oder Magersucht neigen, rate ich von dem Buch ab, da es triggernd sein kann!

 

Meine Meinung

Das Cover zeigt das schöne Profil der Autorin, um die es in dem Buch geht. Sie sieht hübsch aus, ist jedoch stark verpixelt. Man kann sie also nur verschwommen wahrnehmen. Ich habe diesen Effekt so interpretiert, dass sie zwar hübsch ist und schön geschminkt, aber man sie nicht richtig erkennen kann, was darauf hindeuten könnte, dass alles nur Fassade ist.

Sonja Vukovic erzählt sehr anschaulich ihre eigene Geschichte, verknüpft mit Erkenntnissen, die sie auf dem Weg, aus der Krankheit, gesammelt hat. Meiner Meinung nach erwähnt sie alle relevanten Geschehnisse, sodass man als Leser ihren Leidensweg mitbestreiten und nachvollziehen kann. Die Hintergründe werden gut erläutert und ich fand den Schreibstil sehr gut. Die Geschichte hat mich, vom ersten Moment an, gefesselt und mitgerissen. Die Autorin berichtet sehr authentisch, teilt intime Details und lässt die Hüllen fallen, ohne künstliche Verschönerungen. Sie lädt in ihre Gedankenwelt ein, durch die man ein Verständnis für das Entstehen von Magersucht, Bulimie und anderen Süchten entwickeln kann.

Was mich teilweise sehr wütend gemacht hat, war die Art, wie manche Menschen, aus ihrem damaligen Umfeld, sie wahrgenommen haben. Als sie gegen ein Verbrechen gerichtlich vorgehen will, kann sie von einigen nicht mit Unterstützung rechnen. Der Grund ist, weil sie scheinbar eine Jugendliche war, die viel Aufmerksamkeit gebraucht hatte und anderen damit negativ auffiel. Das führte dazu, dass diese Leute ihr die ‚Opferrolle‘ nicht zugestehen wollten. Nur weil jemand sich nicht wie ein typisches Opfer verhält, (was immer das überhaupt sein soll!) muss das nicht heißen, dass die Person lügt. Das fand ich traurig und schockierend zugleich.

Mir ist positiv aufgefallen, dass Sonja sich nie von ihrer Familie abgewendet hat, auch wenn ihre Mutter emotional labil ist und ihr Vater Alkoholiker. Eigentlich wären das gute Gründe, um sich von ihnen abzuwenden, aber letztendlich merkt man, wie sehr sie ihre Eltern trotz allem liebt und nicht die ganze Schuld bei ihnen sucht.

In dem Buch wird die Leistungsgesellschaft stark kritisiert, nach der wir immer perfekt sein und funktionieren müssen. Das Thema finde ich sehr wichtig und ich konnte gut nachvollziehen, wie man in dem Streben nach Kontrolle und Perfektionismus seine eigenen Bedürfnisse hinten anstellt. Sonja hatte immer das Gefühl perfekt sein und nach außen hin stark wirken zu müssen. Wenn sie Fehler machte, machte sie sich dafür total fertig. Ich glaube mit solchen Problemen, die durch Leistungsdruck entstehen, haben viele Menschen in der heutigen Gesellschaft zu kämpfen. Mich hat das Thema sehr berührt und ich konnte spüren, wie der Schmerz der Protagonistin in mir selbst widerhallte.

An manchen Stellen bin ich ziemlich emotional geworden und hatte Tränen in den Augen oder musste schlucken. Ich war schockiert, wie brutal manche Behandlungsmaßnahmen waren … und habe mir gedacht, dass man sich fühlen muss, wie ein Tier, das zur Schlachtbank bugsiert wird. Das Buch ist, meiner Meinung nach, nichts für schwache Nerven!

Das Ende gefiel mir sehr gut und hat mich überrascht. Mehr verrate ich natürlich nicht, um nichts vorwegzunehmen. 🙂

 

Fazit

Das Buch ‚Gegessen‘ erzählt von der authentischen Lebens- und Leidensgeschichte Sonja Vukovics, bei der ich bis zur letzten Seite mitgefiebert und auf eine Besserung der Lage und den Sieg über die Krankheit gehofft habe. In einem außerordentlich guten Schreibstil nimmt Sonja mit auf ihre scheinbar hoffnungslose Leidensgeschichte und lässt dabei alle Hüllen fallen. Während des Lesens habe konnte ich total mitfühlen und habe mitgelitten. Für mich war die Message des Buches ganz deutlich: bedingungslose Liebe. Hiermit ist nicht nur die Liebe zum Partner gemeint, sondern und vor allem die Liebe zu einem selbst, die ein Fundament bieten kann, aus dem man Kraft schöpfen und in sich ruhen kann. So kann man es schaffen, gesund zu sein, jede Krankheit zu überstehen und anderen Menschen etwas zurückzugeben. Man muss sich nicht mehr mit Drogen, Menschen, Kontrolle oder Extremsport betäuben.

Die Autorin scheut nicht davor ihre intimsten Details zu teilen und dadurch authentisch ihre Geschichte zu erzählen. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich kann es nur jedem empfehlen, der sich für die Themen Magersucht, Bulimie, Depression oder Sucht im Allgemeinen interessiert. Ich finde es wichtig, ehrlich über solche Themen zu schreiben und anderen Menschen, die ähnliches durchmachen Mut zu machen, ein kleines bisschen zu helfen und ihnen das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein. Vielleicht regt Sonjas ehrliche und schonungslose Art andere Menschen dazu an ihre Geschichte ebenfalls mit der Welt zu teilen, sich nicht für sich selbst zu schämen und sich die Erlaubnis zu geben zu heilen.

Bewertung: 🌟🌟🌟🌟🌟

 

Hier findet ihr übrigens die Rezension auf meinem BookTube-Kanal. 🙂