Rezension: Einmal lieben geht noch von Rachel Corenblit

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Titel: Einmal lieben geht noch

Originaltitel: Quarante tentatives pour trouver l’homme de sa vie

(Übersetzung: Vierzig Versuche, um den Mann des Lebens zu finden)

Autorin: Rachel Corenblit

Übersetzerin: Ina Kronenberger

Genre: Roman

Verlag: Penguin

Format: Taschenbuch

Preis: 9,00€ [D]

Seiten: 208

Erscheinungsdatum: 12.09.2016

 

 

Klappentext

Über vermasselte Dates, ziemlich beste Freundinnen und die ganz, ganz große Liebe …

Ihren letzten Lover hat Lucie schon vor Jahren vor die Tür gesetzt – Prädikat »mangelhaft«. Die Ausbeute seither? Mitleiderregend, grauenerweckend, indiskutabel! Das Einzige, was der jungen Lehrerin langsam, aber sicher näherkommt, ist die Vierzig. Die Sache ist klar, dem Schicksal muss auf die Sprünge geholfen werden: Ab sofort lässt sie keine Gelegenheit mehr ungenutzt, den Mann fürs Leben aufzugabeln. Sie macht weder vor dem Ex ihrer besten Freundin noch vor den Vätern ihrer Schüler halt, flirtet an der Tiefkühltheke im Supermarkt, taxiert das Freiwild im Schwimmbad, umgarnt den makellos schönen Vertretungsarzt … Wer jagt, gewinnt!

 

Erst mal vielen Dank an den Penguin Verlag, der mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte! ❤ Ich freue mich immer über Rezensionsexemplare, weil ich so Bücher lesen kann, die ich ansonsten vielleicht nicht entdeckt hätte.

 

 

Meine Meinung

Das deutsche Cover, der Titel und der Klappentext sind, meiner Meinung nach, absolut irreführend. Alles macht den Anschein, als handele es sich bei dem Buch um eine locker leichte Lektüre für zwischendurch, was nicht der Fall ist. Beim Lesen hatte ich den Eindruck, dass die Protagonistin nicht mal mehr an die große Liebe glaubt, weswegen vor allem der Titel und der kleine Text über dem eigentlichen Klappentext so gar nicht passen. Ich habe mir jedoch vorher schon gedacht, dass das Buch etwas eigen sein würde. Die französischen Bücher, die ich bisher gelesen habe, waren alle ein bisschen ‚anders‘. Der französische Titel passt besser zum Buch, zumal eine Anspielung auf das Alter der Protagonistin gemacht wird.

Das Taschenbuchformat gefällt mir gut, weil es praktisch ist und man das Buch überall hin mitnehmen kann. Dass die Geschichte nur 208 Seiten lang ist, finde ich auch in Ordnung. Es nervt mich oft, wenn Bücher endlos in die Länge gezogen werden, wobei es dabei immer auf das Buch ankommt. Eigentlich sagt man ja bei richtig guten Büchern wünscht man sich, dass sie nie enden würden.

Der Schreibstil war angenehm und ich mochte das Lesetempo. Die Geschichte war jedoch nie so spannend, dass ich immer weiterlesen musste. Das Buch ließ sich gut zwischendurch lesen und auch wieder weglegen. Die deprimierte Stimmung gefiel mir zunächst und die Protagonistin war mir nicht auf Anhieb unsympathisch.

Lucie, 40, ist seit einiger Zeit getrennt und sucht verzweifelt nach einem neuen Partner. Sie arbeitet als Lehrerin und die Geschichte erzählt sehr beschreibend ihr Leben, ohne es verschönert darzustellen. Lucie ist zynisch, intelligent und teilweise lustig dank ihrem schwarzen Humor und Sarkasmus. Leider ist sie extrem oberflächlich und wird mir im Laufe des Buches unsympathisch. Dabei dachte ich anfangs wirklich, dass ich ihr Verhalten nachvollziehen können würde. Zumindest, dass sie verbittert und deprimiert ist, konnte ich durch ihre Verzweiflung verstehen, und wenn man jemanden zum ersten Mal kennen lernt, scannt man die Person automatisch nach dem äußeren Erscheinungsbild. Jede Verhaltensweise sticht einem dann ins Auge. Das alles konnte ich noch verstehen, aber trotzdem geht Lucie mir zu weit mit ihrer Oberflächlichkeit. Sie denkt scheinbar, dass sie nur mit einem Mann an ihrer Seite glücklich sein kann und alles dreht sich um dieses Thema. Diese Denkweise finde ich veraltet und passt für mich nicht ins 21. Jahrhundert, in dem man auch als Frau ziemlich gut allein zurechtkommen kann, wenn man will. Sie widerspricht sich zudem. Teilweise stellt sie sich als unabhängige, emanzipierte Frau dar, aber dann kann sie doch nichts mit sich anfangen, ohne einen Partner an ihrer Seite zu haben. Die Chancen, die sie hat, macht sie sich zunichte, weil sie ziemlich eingebildet ist, die Menschen schnell verurteilt und von oben herab behandelt. Sie hält sich scheinbar für besonders intellektuell. Die Männer, die Interesse zeigen, findet sie alle nicht gut genug für sich. Sie hört ihre biologische Uhr schon ticken, weil sie bald vierzig wird, aber ich frage mich, ob ihre Zeit nicht schon längst abgelaufen ist. Bis sie jemanden kennen und lieben lernt, und bereit ist eine Familie mit ihm zu gründen, ist sie schließlich noch mal ein ganzes Stück älter. Sie war es auch, die sich von ihrem Ex trennte, wobei ich glaube, dass das eine richtige Entscheidung von ihr war.

Ihr Ex, Pascal, hat mittlerweile eine neue Freundin und noch eine andere Überraschung, die Lucie einen Seitenhieb verpasst. Sie ist noch nicht so ganz bereit ihrem Ex zu begegnen und ähnlich dramatisch spielt sich das ungeplante Wiedersehen dann ab. Er macht außerdem den Anschein, als wisse er nicht wirklich, warum Lucie sich von ihm getrennt hat.

Romuald ist der Ex einer guten Freundin von Lucie (Adeline), mit dem sie eine Zeit lang viel Zeit verbringt, joggen geht und dem sie hilft, mit seiner Trennung klarzukommen. Sie steht auf ihn, aber er hat die Trennung von Adeline noch nicht wirklich verarbeitet und ist nicht fähig sich auf etwas Neues einzulassen.

Adeline tut das Singleleben wohl am besten von allen. Sie hat ein ziemlich aktives Liebesleben und besitzt eine Katze namens Muschi. 😀 Sie geht die Sache etwas lockerer an und hat mehrere unverfängliche Bekanntschaften.

Die Idee zum Buch ist erst mal nichts Neues und Themen wie ‚Trennung‘, ‚Die tickende biologische Uhr der Frau‘ und ‚Partnersuche‘ werden behandelt. Ich hätte mir entweder gewünscht, dass das Buch unterhaltsamer gewesen wäre oder dass zwar diese sarkastische, pessimistische Stimmung Lucies vorherrscht, aber das mit mehr Charme umgesetzt worden wäre. So gibt mir die Geschichte nicht viel, lehrt mich nichts und unterhält mich auch nicht besonders. Klischees stören mich normalerweise nicht, wenn die Geschichte es trotzdem schafft mich zu berühren, was dieses Buch leider nicht geschafft hat.

Das Ende fand ich komisch und war für mich nicht rund. Ich hatte das Gefühl, es gab keine richtige Antwort am Ende und ich konnte aus der Story kein Fazit ziehen. Keine Ahnung was das Buch dem Leser am Ende sagen will und schade, dass Lucie sich nicht weiterentwickelt und weiter in ihrer Einstellung verbleibt. Eine Selbstfindung während des Partnersuchprozesses wäre möglich gewesen, erfolgte jedoch nicht. Der Humor war ganz okay und an der einen oder anderen Stelle musste ich schmunzeln, aber das war auch schon alles, was die Geschichte in mir auslösen konnte.

 

 

Fazit

Ein typisch französisches Buch mit deprimierender Stimmung, was nicht das ist, wonach es aussieht. Es handelt sich bei dem Buch nicht um ein locker leichtes Wohlfühlbuch, aber wer mit dem Humor und Sarkasmus der Protagonistin klarkommt, könnte dieses Buch amüsant finden. Ich ziehe keine Erkenntnisse aus der Geschichte, die bei mir nachhallen und die Protagonistin entwickelt sich nicht groß durch und bleibt gefangen in ihren negativen Gedankengängen. Alles in allem ist die Geschichte ganz lustig und ab und zu unterhaltsam, aber für mich kein Pageturner und alles andere als ein Meisterwerk. Ganz nett für zwischendurch und schnell zu lesen, muss aber nicht unbedingt sein.

 

Bewertung: 2,5 Sterne

 

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2 Gedanken zu “Rezension: Einmal lieben geht noch von Rachel Corenblit

  1. lesefantasie schreibt:

    Ich lese, bwz. versuche es zu lesen. In die Geschichte komme ich nicht rein, die Protagonistin finde ich ziemlich kühl und irgendwie spricht es mich auch in keiner Weise an, kann deiner Rezension nur zustimmen, da es wirklich nach einem lustigen leichten Buch klang und dann plötzlich das genaue Gegenteil erhält.
    Fide ich sehr schade.

    LG

    Gefällt 1 Person

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